Kolkata & Odisha 2026 Travelogue
26. Februar - Love is good, love can be strong, We gotta right back to where we started from (Bhubaneswar)
Gestern
Abend haben wir noch ein neues Hotel für die Übernachtung in Delhi
gebucht, da uns das Ursprüngliche zu unsicher erschien. Aufgrund eines
Rechenfehlers waren wir von realistischen 90€ ausgegangen, es kostet
aber nur 9€, wurde kürzlich umbenannt und die Lage bei Booking.com
passt keineswegs zu Google Maps, außerdem werden Bilder angezeigt, die
auch bei anderen Hotels angezeigt werden, die kürzlich umbenannt
wurden, und allesamt die Bewertung "do not book this hotel, it's fake"
haben. Vermutlich ist auch "unser" 9€-Hotel fake, und wenn nicht,
möchte ich es auch gar nicht sehen. Nun wird uns das Ibis beherbergen,
Budget Room, 90€, aber das Hotel gibt es wirklich, nebenan haben wir
vor 10 Jahren gewohnt.
Heute war dann schon der letzte Tag unser
Odisha-Tour, wir verließen Puri in Richtung Norden, hielten noch kurz
am Maa Bata Mangala Tempel, der für gute Reisen zuständig ist, und
bekamen von Manus, der sich wohl Manas schreibt, Khaja geschenkt, eine
Süßspeise aus Puri, die man Freunden mitbringt.
In Pipili
unternahmen wir dann einen kurzen Spaziergang und sahen uns die
Werkstätten der Textilhersteller für Flaggen, Sonnen- und Lampenschirme
an, farbenfroh, aber nicht ganz unser Geschmack.

Anschließend
stoppten wir in einem kleinen Dorf und schauten bei einem Schmied für
Teller, Schüsseln und sonstigen Gefäßen aus Messing vorbei, Geschirr,
das heute nur noch als Aussteuer oder bei Traditionalisten wie Manas
Verwendung findet, meines Erachtens aber im Vergleich zu Ton, Aluminium
oder Plastik die beste Bilanz hat.
Letzter Punkt auf der
langen Liste mit Odishas Sehenswürdigkeiten war dann Dhauli, hier hatte
Ashokas Armee das Königreich Kalinga vernichtend geschlagen und den
Fluss in einen Strom von Blut verwandelt. An dieser Stelle entfernen
sich Manas' Ausführungen etwas von der verbreiteten Interpretation der
Geschichte. Allgemein wird angenommen, dass Ashoka nach dem blutigen
Gemetzel von einer psychischen Krise erfasst wurde, kurz darauf
zum Buddhismus konvertiert ist und maßgeblich zu dessen Export in viele
asiatische Länder beigetragen hat. Zeugnis dafür ist die Felsinschrift,
die wir heute sahen, und die aussagt, dass ein militärischer Sieg
sinnlos sei, bedeutend sei nur der Sieg des Dharma (Quelle: Wikipedia).
Manas' Auffassung der Geschichte ist, dass der Schlächter Ashoka
lediglich Theater gespielt, und sich hinter dem Buddhismus versteckt
hat, um vor Strafe, auch der der Geschichtsschreiber späterer
Generationen, sicher zu sein, eine gigantische Greenwashing Kampagne
also. Wir werden es nie erfahren.
Oberhalb des erwähnten Felsens
mit der Inschrift hat ein japanischer Träger eine Friedens-Pagode
gebaut, wie wir sie schon oberhalb von Pokhara in Nepal gesehen haben.

Den
Nachmittag verbrachten wir dann mit einem Einkaufsbummel in einem
Textilfachgeschäft, auf dem Künstlermarkt und dem großen Markt für
"alles", bevor wir uns im Hotel von Manas verabschiedeten, der morgen
schon wieder mit der nächsten Gruppe loszieht. Er war ein guter
Begleiter, ein noch besserer Geschichtenerzähler und ganz sicher ein
stolzer Vertreter seiner Kultur und seines Standes. Lassen wir das
einfach so stehen.