Kolkata & Odisha 2026 Travelogue
23. Februar - What goes up must come down, Spinnin' wheel got to go 'round (Puri)
Nach
dem großartigen Tag gestern heute ein etwas misslungener. Wir hatten
gestern beide die Wirkung des Kingfisher Strong falsch kalkuliert, da
wir Starkbier einfach nicht gewohnt sind, und Ratri hatte aufgrund des
heißen Klimas daran heute ziemlich zu knabbern. Bei mir ist die
traditionelle Indien-Urlaub-Erkältung auf dem Höhepunkt und die Nase
läuft ununterbrochen, außerdem habe ich mir den Hals verlegen,
vermutlich bedingt durch das Eisvogel-Koma, und kann den Kopf nur unter
Schmerzen drehen. Morgen wird es hoffentlich wieder besser sein.
Nach
dem Frühstück im Garten des Palastes fuhren wir nach Cuttack, das
aufgrund des riesigen Wachstums jetzt mit Bhubaneswar eine "Twin City"
bildet, und besichtigten das einst mächtige Barabati Fort, von dem aber
nur noch wenige Mauerreste stehen. Da es zum Fort nicht viel zu sagen
gab standen wir bei 37°C in der prallen Sonne und hörten dem Monolog
über Adelige in der Politik und die kommunistische Partei zu, etwas,
das wir heute nicht so gut gebrauchen konnten. Anschließend fuhren wir
in die quirlige Innenstadt von Cuttack mit ihren engen, hoffnungslos
verstopften Straßen, und daher mit einem Tuk Tuk weiter zu einem
Silberschmied, den Mr. Prathan kennt. Der 82jährige Mann arbeitet seit
75 Jahren in der Werkstatt und hat die Herstellung der filigranen
Kunstwerke zur Perfektion gebracht, ihm kurz zuzusehen, war sehr
interessant. Wie schon gestern gab es keinen Showroom und keine
Verkaufsveranstaltung, man hätte die Arbeiten bei ihm auch gar nicht
kaufen können.
Nach einem kleinen Essen beziehungsweise einem
erfrischenden Lime Soda für Ratri ging es bei ihr bergauf, während sich
meine Nase zunehmend in einen Wasserfall verwandelte, und wir daher
entschieden, ohne weitere Programmpunkte nach Puri zu fahren, wo wir
gegen 16Uhr unser Hotel "Empires" bezogen, ein typisches
Strand-Ferien-Pool-Hotel mit Eventlocation, die es hier zuhauf
gibt, auch Puri ist seit Ratris letztem Besuch vor 43 Jahren mächtig
gewachsen.
Vom kleinen Balkon unseres Zimmers blicken wir
übrigens durchaus auch auf das Meer, man muss nur genau hinsehen. Der
Balkon ist aber ohnehin wertlos, denn in Puri sind es zwar nur 31°C,
das aber bei 95% relativer Feuchte, das ist kein Wetter zum draußen
sitzen und schon gar nicht zum Tür öffnen. Die Tür zu öffnen ist
generell nicht zu empfehlen, da man dann vermutlich Affenbesuch
bekommt, wie im Bild ebenfalls zu sehen ist.

Aber,
und das wird jetzt der ernst gemeinte, versöhnliche Abschluss des
Tages, manchmal muss man gar nicht eines der besten Zimmer mit Meeres-
und Poolblick haben, denn an besagtem Pool tobt wieder ein buntes Fest
mit sehr lauter Musik, die wir auf der Rückseite nicht hören müssen!