Kolkata & Odisha 2026 Travelogue

22. Februar - I, I will be king, And you, you will be queen (Dhenkanal Palace)

Indien ist so interessant, weil eigentlich nie das passiert, was man erwartet. Das macht die Sache für mich als paranoiden Kontroll-Freak natürlich schwierig, aber ich muss das trainieren, so wie ich gegen die Höhenangst ja auch ab und zu auf Leitern und Türme steigen muss.

Erste Überraschung, ich mache mir Gedanken über die Rechnung im Hotel, wird es Probleme wegen der Wäsche geben, werden Kreditkarten akzeptiert? Wäsche umsonst, alles inklsusive, Kreditkarte kein Problem.

Wir fahren in nördlicher Richtung aus Bhubaneswar heraus, Manus erzählt, hier sei in seiner Jugend noch alles voller Wald gewesen, nun breitet sich der Beton-Dschungel aus, und die verbliebenen Elefanten haben zunehmend Probleme. Die Gegend wird zunehmend ländlich, Cashew-Bäume rechts und links der Straße, und beim Tee-Stopp kaufen wir sehr leckere, gewürzte Nüsse zu einem sehr günstigen Preis.

Fluss

In Nuapatna folgte die zweite Überraschung, wir besuchten das für Textil-Herstellung bekannte Dorf, aber keine Verkaufsveranstaltung mit Tee und Geschenk, bei der am Ende irgendjemand schwach wird. Wir sahen die Herstellung der Stoffe, Mr. Prathan, unser Fahrer, kaufte einen Sari für seine Tochter, das war's.

Nuapatna

Weiter ging es entlang fruchtbarer Gegenden mit viel Landwirtschaft, bis zum Dorf Sadeibareni, in dem traditionell Dhorka hergestellt wird, Figuren in Metallgusstechnik. Auch dort kein Verkaufsdruck, wir mussten tatsächlich nachfragen, was eine kleine Öllampe kostet.

Dann kamen wir in Dhenkanal Palace an, einem Palast aus dem Ende des 19. Jahrhunderts der örtlichen Bhoi Dynastie, heute Hotel, aber immer noch im Familienbesitz. Als wir im Garten saßen, begann unser Kellner zu flüstern, die Königin und der König seien da, und auch Manus, der sich zu uns gesellte, konnte diesen recht seltenen Umstand bestätigen, denn eigentlich wohnen die Altvorderen in New Delhi, ihr Sohn kümmert sich um das Hotel. Etwas später grüßte uns die adelige Familie beim Verlassen des Gartens, aber das war nur der Anfang.

Wir fuhren anschließennd nach Joranda zum Mahimara Gari Kloster, und das war die nächste Überraschung, zum Abendgebet der Mönche war es nicht überfüllt, wie im Zahntempel in Candy, es wollte niemand Geld, nur viele Fotos und Videos wurden mit uns aufgenommen. Die Atmosphäre war friedlich, würdevoll und inspirierend.

Joranda Monastery



Zurück im Palast wurden wir gewahr, dass hier heute Babul und Lisa heiraten, und das wird eine sehr (!!!!) große Party. Immerhin konnten wir die Kulisse kurz kapern...

Dhenkanal Trottel

Der folgende Abend gehörte dann zu den interessantesten unseres Lebens, nach unserer Rückkehr hatten wir bereits etwas Konversation mit Königin und König gepflegt, und dann speisten wir auch mit unseren Gastgebern. Außer uns war noch ein britisches Paar und eine Gruppe japanischer Toutisten anwesend, die einen Landsmann besuchte, der in Bhubaneswar wohnt, und heute Geburtstag hat. 

Aus dem etwas steifen Dinner entwickelte sich ein schöner Abend, der mit vielen Fotos und viel Spaß endete...


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