Kolkata & Odisha 2026 Travelogue
21. Februar - Will you still need me, will you still feed me, When I'm sixty-four? (Bhubaneswar)
Heute
war, wie nicht anders zu erwarten, wieder viel los, und das wird wohl
auch so bleiben. Wir starteten mit dem alten Teil Bhubaneswars und
zahlreichen, sehr alten Tempeln, wie Lingaraj, Mukteswar und Ananta
Basudev am Bindu Sagar Lake.

Nebenbei
erklärte uns Manus sein Odisha, Ursprung aller Kultur des Universums,
bis die Erfolgsgeschichte durch die Eroberung Ashokas vor 2300 Jahren
einen ersten Kratzer bekam, und seit dem geht es durch den Erzfeind
"Muslim" und schließlich die Verwestlichung ohnehin bergab. Es ist
ebenso erstaun- wie bedauerlich, dass ein so hochgebildeter Mensch in
manchen Bereichen derartig eindimensional unterwegs ist.
Zum
Mittagessen besuchten wir ein original Odisha-Restaurant und futterten
uns durch einen Tali, wurden vom Personal wieder nach unserem Befinden
ausgefragt und mit immer neuen Schüsselchen versorgt, fast, wie in der
Familie. Unsere Begleiter absentierten sich aber mit dem Hinweis auf
den hohen Preis (<2€ pro Person), aber das sind wir ja leider aus
Indien gewohnt, man reist nicht so richtig in der Gruppe, also kein
Vergleich zu Iran oder im letzten Jahr Georgien. Nach seiner Rückkehr
war auch Manus mit uns und der Welt zufrieden, da wir die Odisha-Küche
nur loben konnten, schließlich, erklärte er uns, sei Odisha der Platz,
an dem die Götter speisen.
Nächstes Ziel war das State Museum,
das wir dankend annahmen, die Temperatur war bei etwa 37°C angekommen,
nach dem vergleichsweise kühlen Vormittag etwas unangenehm. Auch dieses
Museum durcheilten wir nach unserem Ermessen im Sauseschritt, nahmen
aber das eine oder andere mit und uns vor, es brav nachzulesen.

Unser
Weg führte uns nun nach Westen in die Dörfer außerhalb von Bhubaneswar,
und wir besuchten den sehr sehenswerten Chausath-Yogini-Tempel von
Hirapur, den "Tempel der 64 Yoginis", daher auch das heutige
Songtext-Zitat, denn die Zahl 64 zog sich durch den ganzen heutigen
Tag. Direkt neben dem Tempel betreibt ein Talapatrachitras-Künstler
(Palmblatt-Bilder ritzen) einen kleinen Laden, der uns bereits
angekündigt wurde, und aus dem wie immer unverbindlichen Ansehen mit
kleinem Geschenk (unsere Namen auf einem Palmblatt) entwickelte sich
ein für den Betreiber gutes Geschäft und für uns die Mitnahme zweier
sehr schöner Souvenirs.
Und dann folgte das Highlight des Tages,
Manus hatte Ratri gestern gefragt, ob wir Interesse an einer
Tanzdarbietung hätten, die für heute organisiert werden könne. Wir
hatten uns schon etwas über den Preis gewundert, der doch eher zu
Karten für die Biberacher Stadthalle passt, aber als wir dann in der Tanzschule
ankamen, wurde uns klar, dass wir alleine die Vorführung gebucht
hatten. Zwei Musiker begleiteten die Schülerinnen und Schüler, die uns
einige traditionelle Tänze Odishas zeigten, es herrschte ein buntes
Treiben und alle hatten Freude an uns, inklusive Gruppenbild und
zahreicher sonstigen Fotos mit den "exotischen" Gästen.

Auch
Manus war mit der kulturellen Darbietung zufrieden und seine
Freude über Odisha-Traditionen wurde noch größer, als wir auf dem
Rückweg an einem Haus in alter Lehmbauweise mit sehr hübsch bemalten
Wänden vorbeikamen und spontan anhielten. Auch die Bewohner fanden den
Besuch und uns irgendwie interessant, insgesamt erinnert uns Odisha
doch sehr an das weniger touristisch besuchte und noch neugierige M.P.
unserer Reise in 2016.
Den Abend verbrachten wir wieder im
netten Restaurant des Prachi Hotels, mit seinen freundlichen und
interessierten Mitarbeiterinnen, sehr leckerem, gebratenem Fisch, Dal,
Gemüse, Knoblauch-Nan und Raita (Joghurtsauce). Und das auch heute das
Lime Soda erst auf erneute nachfrage serviert wurde, gehört einfach
dazu...