Kolkata & Odisha 2026 Travelogue
20. Februar - And the Craftsmen are the Magicians of Colors (Bhubaneswar)
Früh
aus den Federn, ein schnelles Frühstück, die Rechnungen für Wäsche und
Bier bezahlen und dann mit dem zuverlässigen Fahrdienst des Travel
Bureaus zum Flughafen. Der Verkehr war mäßig, die Formalitäten schnell
erledigt, und somit warteten wir am Gate, zum 13. Mal Abschied von
Kolkata, wenn ich richtig gezählt habe. Aber immer noch
bereitet mir diese Stadt eine Stimmung, wie keine andere, eine Art von
Melancholie, die ich weder in London, noch in New York, Barcelona,
Taipeh, Tiflis, Berlin oder Bangkok gespürt habe. Ich denke über das
Leben dieser vielen Menschen nach, aber vielleicht ist das auch nur ein
Spiegel, und ich denke in Wirklichkeit über mein und unser Leben nach. Vielleicht komme
ich auch irgendwann einmal zu einem Ergebnis, vielleicht in Kolkata,
vielleicht am Gate 16 Domestic Airport.
Der Flug nach Bhubaseswar war kurz und angenehm, pünktlich landete der A320 von IndiGo in Odishaahh!, "India's best kept secret".

Danach
passierte etwas, das ich noch nicht ganz verdaut habe, wir wurden von
Tripati, dem Repräsentanten des Reisebüros Alternative tours Pvt Ltd, und Manus, unserem
Tourguide, erwartet. Tripati verabschiedete sich sofort wieder und wir
fuhren mit Manus und Mr. Prathan, unserem Fahrer, ins Hotel Prachi,
einem ordentlichen Business Hotel der Mittelklasse. Wir verzichteten
aus Zeitgründen auf das Mittagessen und dann steckte jemand meinen Kopf
in eine Waschmaschine. Zunächst standen die Udaigiri Höhlen der Jain
auf dem Programm, es herrschte ein ziemliches Gedränge am Eingang, es
ist hier mit etwa 35°C deutlich wärmer, als in Kolkata, es gab Verhandlungen wegen
unserer OCI-Karten und dann sahen wir uns die schönen, in den Fels
gehauenen Arbeiten an.

Auf
die gegenüber gelegenen Khandagiri Höhlen verzichteten wir, aus
Zeitgründen, und fuhren schnurstracks zum Kala Bhoomi Odisha Crafts
Museum, aus dessen kurzem Image-Film auch das Lied mit dem heutigen
Songtext stammt. Tatsächlich waren die Arbeiten beeindruckend schön,
vor allem die geritzten Bilder in Palmblättern und die Stoffe, doch die
Zeit drängte, und wir fuhren eilig zum Odisha State Tribal Museum weiter, für
das wir immerhin 25min Zeit hatten, bevor es seine Tore schloss.

In
etwa 3,5h bewältigten wir also drei touristische Highlights und erfuhren
nebenher noch sehr viel über Gesellschaft und Religion, den Zustand der
Welt und deren Führer sowie die Zukunft im Allgemeinen und den Verfall der Werte im Speziellen. Dann wurden wir
in den Abend entlassen, und damit wir uns mal richtig ausruhen können,
müssen wir morgen auch erst um 9Uhr antreten. Travelling, Indian Style...
Den
Abend verbrachten wir mit einem wunderbaren Essen im Restaurant des
Hotels, wir verschmähten die internationale Küche und wählten
Odischa-Gerichte, womit wir die Aufmerksamkeit des Personals
sicher hatten, das sich brennend dafür interessierte, wie uns Badi
chura (getrocknete und zerstoßene Linsenmasse mit Zwiebel und Chili)
und Aloo baigan bharta (Auberginen- und Kartoffelpüree) geschmeckt
haben. Wir konnten nur wahrheitsgetreut vermelden "sehr gut!".