Kolkata & Odisha 2026 Travelogue
17. Februar - We are family ("Soulful Cal!")
Nach
einer sehr erholsamen Nacht und einem aus gutem Grund sehr leichten Frühstück
ging es gegen Mittag nach Norden zu Ratris Familie. Alle sind den
Umständen entsprechend wohlauf, und alles folgte dem eingespielten
Ablauf. Nach Austausch von Geschenken gab es Tee und Süßspeisen und dann ein
wunderbares Essen, wieder mit Shrimps in Mohnsauce und einem Aar maach,
einem Riesenwels.
Anschließend
war etwas "rest" angesagt und wir zogen uns zurück, eigentlich nur aus
Rücksicht und ohne die Absicht, ein Nickerchen zu halten. Aber einem
geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul, und so machte
die Gelegenheit Diebe, ich erlag der horizontalen Versuchung und gab
mich der Grenze zwischen Soundscape und Schlaf hin, mit all den
ungewohnten Geräuschen wie dem Zwitschern der Hirtenmaina und dem
Blasen des Muschelhorns.
Ob bei unserem nächsten Besuch noch so
viele Vögel zu hören sind, wage ich zu bezweifeln, denn sowohl die leer
stehende Papierfabrik gegenüber, wie auch die Bäume, müssen einem
Bauprojekt mit acht Stockwerken weichen, die Stadtentwicklung und
Expansion der kommerziell genutzen Flächen macht auch vor der Altstadt
nicht halt.

Nach
diesem ersten Besuchstag schauten wir noch im Oxford Bookstore vorbei,
in dem uns wieder einige interessante Bücher in den Einkaufskorb
sprangen, so auch "Soulful Cal!", eine
Liebeserklärung an Kolkata von Aritra Sarkar. Anschließend begaben wir
uns in die Calcuttaa Bar, vor 1,5 Jahren noch brandneu und leer, jetzt
anscheinend angesagte Location. Warum sich die feierwütige obere
Mittelschicht allerdings am Tag über winterliche 27°C beschwert und
Mützen trägt, abends dann aber mit Spaghettiträgerkeidchen den
Goldschmuck unter eisigen Klimaanlagen ausführt, bleibt mir ein Rätsel,
wir zumindest flüchteten nach einem Bier an einen Außentisch im Mugs
& Shots unweit des Fairlawn, und ließen den ersten Tag in "Soulful
Cal!" ausklingen.