Violinschküssel Musik

Musik ist für uns sehr wichtig und ohne zu leben kann ich mir nur schwer vorstellen. Der Schwerpunkt lag lange auf dem Konsum von Musik, also dem Hören, seit einiger Zeit sind aber auch aktiv mit unseren Instrumenten dabei.

A - passiver Musikkonsum
Mein erster Verstärker, genauer Receiver (Verstärker und Tuner/Radioempfänger), war ein NAD (New Acoustic Dimension) Model 140, den meine Eltern Mitte der 70er Jahre erstanden hatten. Zusammen mit einem Technics Tape Deck, einem Loewe CD160 Player und den bekannt guten T+A PP120 Boxen wurde daraus in den 80er Jahren ein Begleiter für einen langen Zeitraum. Ratri brachte dann "den kleinen Harman" in den Haushalt, der fortan meine PP120 befeuerte und im Großen und Ganzen waren wir mit diesem Setup zufrieden. Der Zufall verschaffte uns dann einen Marantz CD5004 und dieser weckte 2013 die Lust auf höherwertige Komponenten.

Nach einem Besuch bei Nubert in Aalen fiel die Wahl auf die NuVero11 aber oh weh, der kleine Harman war ihnen nicht gewachsen, die Verbesserung gegenüber den PP120 fiel überschaubar aus. Also stellten wir den NuVero11 genau den Verstärker an die Seite, mit dem wir im Studio probegehört hatten, einen Vincent SV-237 Hybrid Vollverstärker (Röhre/Transistor). Leider haben wir einen ca. jährlich Röhrenverschleiß (beginnen zu knistern/rauschen) aber nach dem Austausch beschallt uns der Verstärker immer wieder zuverlässig mit den schönsten Klängen. Der Optik willen und um der enormen Abwärme Herr zu werden ließen wir noch ein Aluminiumrack fertigen, das wie wir finden sehr gelungen ist. Bei den Tonträgern setzen wir als Kinder der 80er voll auf die CD, weder Thorens Plattenspieler TD318 noch Marantz Tape Deck SD-62 sind in Betrieb. Die Sammlung umfast derzeit ca. 1400 Alben, die aber als backup und für die Reise alle auch gesampelt wurden.


B - aktiver Musikkonsum

Als aktiven Musikkonsum bezeichne ich Festivals und Konzerte, immerhin bewegt man sich aktiv dort hin, konsumiert dann zwar passiv durch Zuhören aber die Musiker sind ja unmittelbar und live aktiv. Jedes Jahr fest im Kalender stehen bei uns das Bang Your Head!!! in Balingen (ich seit 1999, gemeinsam seit 2000 mit einer kleinen Pause von 2006-2008) und das Open Flair in Eschwege (Ratri seit Mitte der 90er, gemeinsam seit 2000). Dazu kommt das eine oder andere Konzert in kleinem oder großem Rahmen, von Beppe Gambetta im Gitarrenladen in Weingarten über Cold Turkey im Biberacher Rumpelkeller bis Eric Clapton in der Royal Albert Hall, und natürlich die Endorser-Auftritte bei Gelegenheiten wie dem IGF (Ibanez Guitar festival), ReeveLand (Warwick) oder auf dem fabelhaften Guitar Summit in Mannheim.


C- Musizieren
Als Kind hatte ich eine kurze Zeit Klavierunterricht, Spaß gemacht hat es mir aber (leider) nie. In der Schule quälte man mich mit Musikunterricht und Blockflöte, Musiktheorie und Noten blieben mir trotzdem fremd. Danach spielten Instrumente keine Rolle in meinem Leben - bis plötzlich das Garagen-Band-Fieber zuschlug und wir unsere Kapelle Restalkohol gründeten. Damals spielte (benutzte) ich eine Aria Pro II The Cat, die ich dann einige Jahre später verkaufte. Ernsthaft beschäftigt habe ich mich mit der Gitarre aber nicht, hatte keinen Unterricht und besaß noch nicht einmal das obligatorische Anfängerbuch. Rückblickend jammerschade, hätte ich damals etwas Zeit investiert und wäre am Ball geblieben könnte ich heute auf 30 Jahre Erfahrung zurückblicken. Kann ich aber nicht.

Danach vergingen fast 25 Jahre und als Ratri sich Anfang 2014 den Wunsch nach einem Yamaha E-Piano erfüllte wollte auch ich wieder (oder besser "endlich") Gitarre spielen, nur einen Tag später fand ich eine gebrauchte Yamaha Pacifica mit einem Peavey Comboverstärker. Da ich mit dem im Paket enthaltenen Buch nicht zufrieden war übte ich bald mit dem "Gitarrenlehrer der Nation" Peter Bursch und schließlich auch mit einer E-Gitarren DVD. Meistens spielte ich, um Ratri nicht zu stören und weil es weniger Aufwand war, ohne Verstärker, und so war es nur folgerichtig, dass mir unser Freund und Kollege Peter eine seiner akustischen Gitarren zum Ausprobieren gab. Es war Liebe auf den ersten Akkord, das schöne Instrument, eine 1983er Ibanez AE400 wurde 2015 mein Weihnachtsgeschenk und Lieblingsinstrument. Und da man nie genug Gitarren haben kann geht es weiter, mehr auf unserer Instrumente-Seite.

Seit meinem Einstieg bei der Volkshochschule in das Akkordspiel zur Liedbegleitung im Frühjahr 2016 ging es dann auch ordentlich voran und ich freute mich über ein wachsendes Repertoire an Liedern. Leider kam Ratri mit ihrem Selbstudium nicht so richtig vom Fleck, so dass wir verzweifelt nach einer Musiklehrerin oder einem Musiklehrer suchten, die wir mit unserer Silvia dann im Herbst 2016 auch fanden und die uns beiden den erhofften Schub ermöglichte. Denn bei mir war zu diesem Zeitpunkt bereits die Erkenntnis gereift, dass mir das notenfreie Spielen nach Akkorden niemals mir unbekannte Stücke nahebringen würde und im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten ebenfalls nicht sehr förderlich ist, also begann ich den Unterricht mit der klassischen Gitarre. Und tatsächlich wurde die Konzertgitarre meine große Leidenschaft, für die ich jeden Morgen um 6Uhr aufstehe um die erste Stunde zu üben. Unsere Sing- und Spielrunde in der VHS unterstütze ich weiterhin, allerdings handelt es sich dabei eher um einen "Ausgleichssport" auf der Steel String.

Der dritte Teil unserer musikalischen Praxis stellt unsere Stammtischband dar, je nach Lust und Laune auch "Stammtisch Blues", "Supergroup" oder sogar "Restalkohol 2" genannt. In diesem Kreis spielen wir ab und an was wir eben so können, Ratri mit dem E-Piano und ich versuche mit dem E-Bass und Gesang beizusteuern, was in meiner Macht steht.

Parallel zu diesen Aktivitäten absolvieren wir ab und an noch ein Modul von Thomas Forschbach, so auch das empfehlenswerte "Üben wie ein Meister". Mein aus dem Kursinhalt heraus klar definiertes, mittelfristiges Ziel: 1000 ablenkungsfreie und konzentrierte Übungsstunden in drei Jahren, von denen nun eines bereits vertrichen ist und weit mehr als 333 Stunden mit meinen Gitarren gesehen hat.




Praxis bedeutet Üben. Üben bedeutet (täglicher) Zeitaufwand, nachhaltige Geduld und Freundlichkeit zu sich selbst.

(Wolfgang Mechsner: Harmonielehre am Klavier)






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